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Erdbeben trifft den wirtschaftlich schwächsten Teil Chinas

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Erdbeben trifft den wirtschaftlich schwächsten Teil Chinas

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Eine Tragödie für die Menschen, für die Wirtschaft bleiben die Folgen begrenzt: Das Erdbeben in China hat die großen ökonomischen Unterschiede in der Volksrepublik wieder ins Bewußtsein gerufen. Die Naturkatastrophe traf den armen und industriell kaum entwickelten Westen des Landes, während die Boom-Regionen im Osten und Südosten verschont blieben.

Die vom Beben zerstörte Region Sichuan macht 4,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts Chinas aus und steuert gerade einmal 0,6 Prozent zu den Exporten bei. Dennoch erreichte das Wachstum im ersten Quartal überdurchschnittliche 14,5 Prozent.
Insgesamt verursachte das Beben Schäden von geschätzten 6,5 Milliarden Euro.

Nach Prognosen chinesischer Volkswirte dürfte in Sichuan, das etwa so viele Einwohner wie Deutschland hat, einen Monat lang jegliche Produktion ruhen. Mehr als 14.000 Unternehmen sind direkt betroffen. Zugleich werde der private Verbrauch zurückgehen.

Diese negativen wirtschaftlichen Folgen könnten dann in einer zweiten Phase abgemildert werden.

Voraussetzung sei allerdings eine starke Investitionstätigkeit. Dabei wird es vor allem auf Infrastrukturmaßnahmen ankommen. Sichuan ist eine Bergregion mit vielen schwer zugänglichen Dörfer. Diese wurde bislang von staatlichen Hilfen vernachlässigt.