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In Belgien stehen die Züge still: Bahn-Streik legt Schienenverkehr lahm

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In Belgien stehen die Züge still: Bahn-Streik legt Schienenverkehr lahm

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Die Bahnbediensteten in Belgien sind für 24 Stunden in den Streik getreten. Sie sind mit ihrer Arbeitszeit- und Ruhestandsregelung unzufrieden und fordern außerdem, an der wachsenden Produktivität der Bahngesellschaft SNCB beteiligt zu werden. “Diese Aktion ist erfolgreicher als bisherige Versuche”, resümiert Gewerkschaftssprecher Guy van Laeken. “Wir haben wirklich genug. Es gab schon Probleme mit dem Sozialplan und ich denke, dem Management sind wir Arbeiter vollkommen egal.”

Zahlreiche Zugverbindungen auch ins Ausland mussten gestrichen werden. Betroffen sind der Eurostar, der deutsche ICE und der französische Thalys. Der Streik könnte die belgische Wirtschaft 40 Millionen Euro kosten und hat Folgen für rund eine halbe Million Bahnreisende. “Wir müssen auf einen Bus warten, um nach Lille zu kommen”, seufzt ein ratloser Brasilianer. “Wir sind zu viert, aber die Busse fahren erst mit 40 Passagieren, das ist ein Problem.” Auch Reisende, die zum Flughafen von Brüssel wollen, müssen auf den Bus umsteigen. Den rund 250.000 Dauerkarten-Besitzern versprach die belgische Bahn eine Entschädigung in Form eines so genannten “Sorry-Passes”. Dieser berechtigt die Kunden einen Tag lang zu unbegrenzten Reisen auf dem belgischen Streckennetz.