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Reform der EU-Agrarsubventionen: Kommission will Produktion mehr auf den Markt ausrichten

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Reform der EU-Agrarsubventionen: Kommission will Produktion mehr auf den Markt ausrichten

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An der Nachfrage orientiert produzieren statt für Brüsseler Subventionen: Daran werden Europas Bauern sich künftig gewöhnen müssen – wenn denn die Kommission ihre Pläne zur weiteren Reform der Agrarbeihilfen bei den Mitgliedsstaaten durchsetzen kann. Wegen der wachsenden Nachfrage und steigender Getreide- und Milchpreise sollen die Landwirte wieder mehr produzieren. Deshalb schlägt Brüssel unter anderem die Abschaffung der zwangsweisen Flächenstilllegung vor sowie eine Erhöhung der Milchquoten.

Auf der anderen Seite sollen die Subventionen gesenkt und umgelenkt werden: EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel will die staatlich garantierten Mindestpreise für die Bauern abschaffen oder wenigstens reformieren und zudem die Beihilfen für große Betriebe um bis zu knapp ein Viertel senken. Womit sie insbesondere in Deutschland mit seinen Großbetrieben auf Kritik stößt.

Die Michquoten sollen wie schon länger geplant 2015 ganz wegfallen und bis dahin erhöht werden. Bei den Milchbauern ist diese Maßnahme ebenfalls umstritten, sie fürchten, dass neue Milchseen den Markt überfluten und die Preise in den Keller treiben.

Statt in die Produktion will die Kommission mehr Subventionen in Programme für Klimaschutz und ländliche Entwicklung lenken. Bis November hoffen die Mitgliedsstaten, sich über die Vorschläge zu einigen. Doch bleibt die Agrarpolitik ein heißes Eisen in der EU…