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Viele Hindernisse auf dem Weg zu einem geeinten Zypern

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Viele Hindernisse auf dem Weg zu einem geeinten Zypern

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Die Mittelmeerinsel Zypern ist eine geteilte Insel. Im Jahr 1983 erklärte sich der türkische Norden zur “Türkischen Republik Nordzypern”. Es gibt nur ein Problem: nur ein einziges Land, nämlich die Türkei, erkennt die Türkische Republik Nordzypern völkerrechtlich an. Für die Europäische Union ist der Norden Zyperns nicht unabhängig, sondern Teil der Republik Zypern. De facto gelten aber die EU-Bestimmungen nur im griechischen Süden der Insel.

Mit dem nächsten für Juni geplanten Treffen zwischen den Führern der griechischen und der türkischen Zyprer präsentiert sich eine neue Möglichkeit, die Teilung zu überwinden.

Die Kontaktgruppe Zypern des Europäischen Parlaments besuchte die geteilte Insel im Vorfeld der Gespräche.

Die französische Abgeordnete Francoise Grossetete sagt, die EU müsse sich einig zeigen und eine klare Botschaft an die Türkei senden.

Mehmet Ali Talat, der Chef der türkischen Zyprer im Norden sagt, die Menschen, die sich aus der Türkei kommend im Nordteil der Insel niederlassen, seien schlichtweg Immigranten, es handele sich nicht um eine Siedlungspolitik, um der “Türkischen Republik Nordzypern” den Rücken zu stärken.

Chefunterhändler Özdil Nami meint, es sei lächerlich, zu verlangen, dass die türkischen Immigranten in die Türkei zurückkehren sollen.

Nami sagte: “Teilweise ist das schon die zweite oder dritte Generation. Sollen wir sie wirklich in ein Land schicken, das ihre Großeltern in den Siebziger Jahren verlassen haben und das sie überhaupt nicht kennen?”

Im Krieg 1974 flohen viele griechische Zyprer aus dem Norden in den Süden. Sie wollen ihre Häuser, ihren Grund zurück, bevor sie zu einer Einigung mit dem Norden bereit sind. Viele dieser Häuser werden jetzt schon seit Jahrzehnten von türkischen Immigranten bewohnt.

Der griechische Chefunterhändler George Iacovou sagt, sie sollten zurück in die Türkei, damit die Häuser an ihrer ursprünglichen Besitzer zurückgegeben werden können. “Je mehr Siedler bleiben”, sagt Iacovou, “desto schwieriger bzw. unmöglicher wird eine Lösung. Eine beträchtliche Zahl muss einfach zurück in die Türkei. Sie haben sich das Eigentum von griechischen Zyprern genommen. Sie müssen gehen.”

Auch bei den türkischen Zyprern sind die Immigranten aus der Türkei nicht unbedingt beliebt. Ein Mann in einem Cafe äußert sich: “Diese Non-Stop-Einwanderung aus der Türkei geht mir auf die Nerven. Alle Türen werden ihnen geöffnet.”

Eine Änderung der Politik in Ankara ist gefragt. Die deutsche Europaparlamentarierin Mechthild Rothe meint, letztendlich liege viel Verantwortung bei Ankara. Doch helfe es sicher, wenn die Zyprer untereinander zu einer Einigung kämen.

Die EU-Kontaktgruppe Zypern sieht Bewegung in der Zypernfrage, wenn auch die Meinungsverschiedenheiten im Moment noch überwiegen. Es wird ein weiter Weg, – der Weg zu einem geeinten Zypern.