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Weiterer Streit um den Müll von Neapel

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Weiterer Streit um den Müll von Neapel

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Wütende Einwohner eines Vororts von Neapel haben gegen die geplante Einrichtung einer neuen Mülldeponie in ihrer Kommune protestiert. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Einwohner erklärten, sie trauten Zusicherungen der Politiker nicht, die neue Deponie in Chaiano werde sicher sein. Zuvor hatte Italiens neuer Ministerpräsident Silvio Berlusconi erklärt, er werde die Müllkrise so ernst nehmen wie einen Vulkanausbruch oder ein Erdbeben; die zehn geplanten Deponien würden wie Militärgebiete behandelt. Der zuständige Unterstaatssekretär Guido Bertolaso betonte, die Deponien seien nur eine Zwischenlösung: Die Regierung wolle Müllverbrennungsanlagen eines auch in Deutschland verwendeten Typs aufbauen. Der Müll von Neapel war erstmals im Frühjahr 2007 wochenlang liegengeblieben. Weihnachten flammte der Müllskandal wegen fehlender Deponien wieder auf, und im Mai verschärfte sich die Krise trotz staatlicher Notstandsmaßnahmen weiter.

Unterdessen ist ein erster Mülltransport aus Neapel in Hamburg eingetroffen; die etwa 500 Tonnen Müll sollen dort in einer Verbrennungsanlage entsorgt werden.