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Arktiskonferenz in Grönland

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Arktiskonferenz in Grönland

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Die Erde wird wärmer, und das arktische Eis geht zurück. Im Laufe des vergangenen Jahres verschwanden 15 Prozen der polaren Kappe. Forschern zufolge könnte die Arktis – zumindest in den Sommermonaten – noch vor dem Ende des Jahrhunderts gänzlich eisfrei sein. Und unter dem Meer werden riesige Bodenschätze vermutet – die schon bald zugänglich sein könnten. Noch ist ungeklärt, wem das nördliche Noch-Eismeer gehört. Genau darüber beraten seit diesem Abend die fünf Anrainerstaaten auf einer Konferenz in Grönland – das als autonomes Gebiet zu Dänemark gehört.

Der Wettlauf aber hat schon längst begonnen: Im August vergangenen Jahres stellten die Russen ihre Fahne genau am Nordpol auf – tief unter dem Meerespiegel. Internationalen Regeln zufolge können Staaten 200 Seemeilen vor ihrer Küste für sich beanspruchen – aber auch mehr, wenn sie nachweisen, dass sich ihr “kontinentaler Sockel” unter dem Meer fortsetzt. Um gute Zusammenarbeit bemüt, rät der russische Außenminister Sergej Lawrow, die Fahnen-Episode nicht allzuernst zu nehmen. Das sei wie die US-Flagge auf dem Mond, oder andere auf dem Mount Everest.

Doch nicht alle trauen der freundlichen Athmosphäre. Im Gebiet um den Nordpol vermuten Geologen 25 Prozent der weltweit noch nicht erschlossenen Rohstoffe. Neben Öl auch Erdgas, Gold, und andere Erze. Viktor Kremenyuk, vom russischen Nordamerika-Forschungsinstitut sieht hinter den jetztigen Verhandlungen schwere Konflikte heraufziehen. Es gehe um viel Geld, und mächtige Länder seien beteiligt. Auch Kriege seien in der Zukunft nicht ausgeschlossen.

Es ist kaum zu erwarten, dass es auf der Artktis-Konferenz auch um Klimafragen geht. Die Motovation ist gering, denn letztlich ist es die Erderwärmung, die die Rohstoffe der Artktis erst zugänglich macht.