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Fischer in Südeuropa fordern niedrigere Spritpreise und kündigen unbefristeten Streik an

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Fischer in Südeuropa fordern niedrigere Spritpreise und kündigen unbefristeten Streik an

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Wegen der hohen Treibstoffpreise wollen die Fischer in mehreren europäischen Ländern dem Beispiel Frankreichs folgen. Französische Fischer protestieren schon seit Tagen gegen die steigenden Preise für Schiffsdiesel: Ein Liter kostete zuletzt knapp 80 Cent. Häfen und Raffinerien wurden blockiert – und das soll erst der Anfang sein. “Die Spanier und die Belgier stehen hinter uns”, sagt ein Fischer aus Frankreich, “alle sind mobilisiert, jetzt warten wir noch auf andere Berufsgruppen.” Sogar Autobahnen wurden von den Fischern blockiert, obwohl die französische Regierung Beihilfen von 310 Millionen Euro versprach, die von der EU-Kommission genehmigt wurden.

Unterdessen gärt es auch in einigen anderen Ländern: In Spanien sind die Fischer in mehreren Häfen bereits in einen unbefristeten Streik getreten, ab Mittwoch wollen sich ihre Kollegen in Italien und Portugal anschließen. Und auch in Großbritannien und Griechenland sind Arbeitsniederlegungen der Fischer durchaus möglich. “Die Mitglieder der Crew verdienen einfach nicht genug”, so ein Portugiese. “Sogar wenn man 5.000 Euro in einer Woche einnimmt, bleibt uns nach Abzug der Ausgaben kein einziger Cent.” An erster Stelle steht die Forderung nach Finanzbeihilfen wegen der Explosion der Spreitpreise. Daneben aber kritisieren die Fischer auch, dass Fischimporte nach Europa die Preise zerstören, und verlangen eine bessere Kontrolle über die Einfuhren. Wegen der hohen Spritpreise werden bald auch Proteste anderer Berufsgruppen erwartet: Bauern und Spediteure bereiten bereits entsprechende Aktionen vor.