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Letzter Tag für Nepals König Gyanendra

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Letzter Tag für Nepals König Gyanendra

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Nepals König soll seinen Palast verlassen, notfalls mit Gewalt. Das hat die Regierung des Himalaya-Staats gefordert. König Gyanendra soll sich in seine Privatresidenz zurückziehen, wenn die verfassunggebende Versammlung Nepal morgen wie geplant zur Republik erklärt. Und die 239-jährigen Monarchie beendet.

Der Macht des Monarchen bröckelte bereits seit längerem. Nach blutigen Protesten musste er vor zwei Jahren eine Regierung zulassen. Und auf Paläste und Gelder verzichten. Gyanendra hatten den Thron 2001 von seinem Bruder übernommen, nachdem dieser von seinem eigenen Sohn erschossen worden war.

Bei der Wahl zur verfassunggebenden Versammlung im April waren die Maoisten stärkste Kraft geworden. Maoistenführer Prachandra bat um internationale Unterstützung beim Aufbau der Republik.

Die rund 20.000 Rebellen gaben unter UN-Aufsicht ihre Waffen ab. Den jahrelangen Bürgerkrieg bezahlten mehr als 13.000 Menschen mit dem Leben. Den Monarchen, dessen Abbild bereits von Wänden und Währung verschwand, wollen viele nicht mehr sehen: Ein neues Nepal müsse ohne den König aufgebaut werden, die Menschen hätten das Vertrauen in ihn verloren, sagt ein Mann in Kathmandu.

Die Regierung ließ Demonstrationen am Palast verbieten und verstärkte die Polizei. Gestern waren am Tagungsort der Versammlung zwei kleinere Bomben explodiert. Menschen kamen nicht zu Schaden.