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Mazedonier wählen am Sonntag neues Parlament

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Mazedonier wählen am Sonntag neues Parlament

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In Mazedonien wird an diesem Sonntag ein neues Parlament gewählt. Bei den vorgezogenen Neuwahlen treten 20 Parteien und Bündnisse an, aber nur vier werden Erfolgsaussichten eingeräumt. Am populärsten ist die bisher regierende “Koalition für ein besseres Mazedonien”. Sie umfasst 19 kleinere Parteien. In letzten Umfragen kam sie auf gut 30 Prozent der Stimmen.

Der amtierende Regierungschef Nikola Gruevski kündigte schon an, dass er mit seinem früheren Koalitionspartner, der Albanerpartei DPA, weiterregieren möchte. Die südliche Balkanrepublik, mit etwa 2,1 Millionen Einwohnern ringt mit zahlreichen Problemen. Wegen des andauernden Streits um den Staatsnamen Mazedonien verhindert Griechenland die Beitrittsverhandlungen des Nachbarn mit der EU sowie eine NATO-Einladung. In Umfragen liegt die Albanerpartei DPA von Menduh Thaci bei etwas sechs Prozent.

Der Wunschkandidat von Regierungschef Gruevski für eine erneute Koalition dürfte – wie auch die anderen Parteien – demnach wieder genau so viele Sitze im Parlament erhalten wie bei der Wahl im Juli 2006. Der Wahlkampf wurde zudem durch eine Vielzahl gewaltsamer Übergriffe mit Toten und Verletzten überschattet. Auf den Chef der rivalisierenden Albanerpartei DUI, Ali Ahmeti, wurde ein Anschlag verübt, zahlreiche DUI-Parteibüros wurden zerstört.

Ahmeti beschuldigte dafür die rivalisierende DPA und “Strukturen des Innenministeriums”. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung sind Albaner, sie gelten als schlecht integriert.