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Gewalt überschattet Wahlen in Mazedonien

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Gewalt überschattet Wahlen in Mazedonien

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Von weiterer Gewalt überschattet haben in Mazedonien die vorgezogenen Parlamentswahlen begonnen. Bei Schießereien kam mindestens ein Mensch ums Leben; mehrere weitere wurden verletzt. Schon im Wahlkampf hatte es gewaltsame Zwischenfällen geben – mit Toten und Verletzten.

In dem Ort Aracinovo, der in einem mehrheitlich von Albanern bewohnten Gebiet liegt, wurde die Abstimmung aus Sicherheitsgründen unterbrochen. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung der “Früheren jugoslawischen Republik Mazedonien” sind Albaner. Zwanzig Parteien und Bündnisse stellen sich zur Wahl. Erwartet wird ein Sieg der bisher regierenden
“Koalition für ein besseres Mazedonien”. Sie umfasst 19 kleinere Parteien. In letzten Umfragen kam sie auf gut 30 Prozent der Stimmen.

Der amtierende Regierungschef Nikola Gruevski erklärte bereits, er wolle mit seinem früheren Koalitionspartner, der “Demokratischen Partei der Albaner”, weiterregieren.
Der wichtigste Gegner von Gruevski Bündis kann nur mit 11 Prozent der Stimmen rechnen: Die oppositionellen Sozialdemokraten mit Radmila Sekerinska. Sie führen das Parteienbündnis “Sonne – Koalition für Europa”. Ihre Spitzenkandidatin erreichte einst als Europaministerin, dass die EU ihrem Land den Status eines Beitrittskandidaten verlieh. Doch wegen des Staatsnamens Mazedonien verhindert Griechenland die Beitrittsverhandlungen. Dies gab nationalistischen Tendenzen in dem Nachbarland Auftrieb.
Athen sieht in der Namensgebung “Mazedonien” einen Anspruch auf die griechische Provinz gleichen Namens.