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Platz den Himmlischen Friedens - 19 Jahre danach....

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Platz den Himmlischen Friedens - 19 Jahre danach....

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Peking. Platz des Himmlischen Friedens. 19 Jahre danach. Die Erinnerung ist in diesem Jahr lebendiger denn je – denn in 66 Tagen sollen hier die Olympischen Spiele eröffnet werden.
Dann werden sich wieder die Kameras von Reportern aus aller Welt auf diesen Platz richten – so wie 1989, als die junge chinesische Demokratiebewegung das öffentliche Interesse nutzte, das durch den Staatsbesuch von Michael Gorbatschow gegeben war.

Seit Mitte April demonstrierten Studenten auf dem Platz, Mitte Mai traten die erste 400 von ihnen in einen öffentlichen Hungerstreik. Bei ihren Versuchen, den Platz zurückzuerobern, waren die vorrückenden Einheiten buchstäblich in den Menschenmassen steckengeblieben. Also wurde mit Panzern geräumt.

Die meisten Opfer gab es allerdings nicht hier auf dem Platz – sondern in anderen Teilen von Peking, wo das Militär mit scharfer Munition in die Menge schoß. Junge steigt auf Panzer

Diese Bilder vom jungen Mann, der sich den Panzern in den Weg stellt und sogar auf einen Panzer klettert, stammen vom 5. Juni, als die Konfrontationen weitergingen.

Der Assistent des damals vorsichtig Reformen zugeneigten Parteichefs Zhao Ziyang
zeigt sich 19 Jahre später zutiefst beunruhigt. Er wisse nicht, was die heute maßgeblichen Leute antworten werden, wenn die vielen zu den Olympischen Spielen anreisenden Gäste und Journalisten nach der Wahrheit fragen.

Vom Sprecher des Außenministerium gibt es die gewohnt kurzen Antworten:
Man habe eine klare Position zu den politischen Ereignissen in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die seien von ausländischen Medien mit Chinas internationaler Politik in Verbindung gebracht worden, sie seien aber Gegenstand der Innenpolitik. Mehr habe er nicht zu sagen.

Ding Zilin aber will offen über den Tod ihres Sohnes sprechen. Der 17-Jährige wurde in der Nacht zum 4. Juni 1989 von einer Kugel der Volksbefreiungsarmee getötet. Seine Mutter steht heute an der Spitze eines Netzwerkes von Familien der Opfer, Sie hofft, dass die internationale Gemeinschaft Chinas Regierung ermutigen werde, die Probleme in Zusammenhang mit dem Massaker vom 4. Juni auf friedliche und faire Weise zu lösen.

So schön friedlich wie hier bei Staffellauf mit der olypischen Flamme im März kann es zugehen auf dem “Platz den Himmlischen Friedens”. Dass es immer so friedlich bleibt wollen auch die Angehörigen der Opfer.