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Irland gespalten vor EU-Referendum: Regierung kritisiert unsachliche Nein-Kampagne

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Irland gespalten vor EU-Referendum: Regierung kritisiert unsachliche Nein-Kampagne

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Am letzten Tag vor der Volksabstimmung über den EU-Reformvertrag sind die Iren gespalten – in Gegner und Befürworter. Letzte Umfragen sahen mal die einen, mal die anderen knapp vorn. Viele waren aber noch unentschieden.

Bis zuletzt warb Regierungschef Brian Cowen für ein YES zu dem Vertrag, der die erweiterte EU handlungsfähiger machen soll. Auch damit, dass ein Großteil des Textes unter irischer Präsidentschaft entstand.

Zum Abschluss der Kampagne unterstützen Kirchen, Gewerkschaften und die großen Parteien noch einmal den Ministerpräsidenten. Er glaube fest daran, so Cowen, dass die Annahme des Vertrages entscheidend sei für die Zukunft Irlands.

Das Votum des gut vier Millionen Einwohner zählenden Irlands ist aber ebenso entscheidend für die Zukunft von knapp 500 Millionen Europäern. Lehnen die Iren den Vertrag ab, tritt er nicht in Kraft.

Politiker mehrerer Parteien warfen den Gegnern eine unehrliche Kampagne vor, die mit den Ängsten der Menschen spiele. Die nationalistische Sinn Fein Partei fürchtet um den Einfluss Irlands in Brüssel und will nachverhandeln.

Eine Mehrheit der 27 EU-Staaten hat den Vertrag bereits ratifiziert – per Parlamentsvotum. Nur Irland ist per Verfassung an ein Referendum gebunden. Zwei Parlamente wollen noch vor dem Votum der Iren den Text besiegeln. In Finnland stimmen die Abgeordneten am Nachmittag abgestimmt, in Griechenland heute Abend.