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Prozess um das Recht auf Begriff "lesbisch"

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Prozess um das Recht auf Begriff "lesbisch"

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Paul Thimou ist ein Lesbier – das heißt für ihn aber nur, er kommt eben von der griechischen Insel Lesbos. Weil für den Rest der Welt der Begriff “lesbisch” aber zumeist etwas anderes bedeutet, ist er nun zusammen mit zwei anderen Männern vor Gericht gezogen.

Ihre Klage richtet sich gegen den größten griechischen Schwulen- und Lesbenverband, dem sie verbieten wollen, das Wort “lesbisch” im Titel zu führen. Schließlich hätten die Einwohner der Insel Lesbos das ältere Recht auf diesen Namen. Die Gegenseite verweist jedoch auch auf eine nicht ganz so lange, aber doch jahrhundertealte Tradition.

“Aber auch wenn man etwas Hunderte von Jahren verwendet,” fragt Thimou, “wird es davon richtig? Es ist doch trotzdem noch falsch!”

Der Schwulen- und Lesbenverband sieht das natürlich anders: “Wir glauben, das Wort kann für beides gebraucht werden,” meint die Verbandschefin Evangelia Vlamou; “für jemanden, der von Lesbos kommt und als sexuelle Bezeichnung. Und falsch ist daran schon gar nichts! Was die anderen jetzt machen, ist für uns eine Einschränkung der Menschenrechte.”

Die antike Dichterin Sappho hat die Insel vor mehr als zweieinhalbtausend Jahren durch ihre Werke mit der Liebe zwischen Frauen verbunden. Der moderne Streit wird wohl bis vor den Europäischen Menschengerichtshof gehen.