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Streik der Lkw-Fahrer bringt Spanien und Portugal in schwere Bedrängnis

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Streik der Lkw-Fahrer bringt Spanien und Portugal in schwere Bedrängnis

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Die Iberische Halbinsel im Ausnahmezustand: Nach dem Tod zweier Streikposten haben sich die Proteste von Lkw-Fahrern in Spanien und Portugal am Mittwoch verstärkt. Bei Madrid nahm die Polizei zahlreiche Fahrer fest, die die Zufahrt zu Supermärkten versperrten. Der unbefristete Streik droht, Spaniens Wirtschaft zum Erliegen zu bringen – und das, obwohl sich nur rund 20 Prozent der Fahrer und Fuhrunternehmen an dem Ausstand beteiligen.

Der spanische Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba versuchte es mit Drohungen: “Wir werden mit aller Kraft und Entschiedenheit gegen jene vorgehen, die die öffentliche Ordnung stören, die Mobilität der Bürger einschränken und die Transporte jener Branchen behindern, die nicht am Streik teilnehmen. Und das betrifft vor allem die Streikposten, die gegen das Gesetz handeln.” Tatsächlich wird der Streik der Lkw-Fahrer nicht durch das Streikrecht gedeckt, da nicht Arbeitnehmer, sondern Selbständige und Kleinunternehmer streiken.

Mit einer Schweigeminute gedachten viele Menschen der beiden getöteten Streikposten in Spanien und Portugal: Sie hatten Lkws an der Weiterfahrt hindern wollen und waren überfahren worden – Opfer der Ablehnung, die den Streikposten wegen ihrer rigorosen Vorgangsweise vielerorts entgegenschlägt. Im südspanischen Almeria kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen Bauern, die gegen die hohen Spritpreise demonstrierten, und der Polizei. Die Landwirte hatten ein Regierungsgebäude mit Früchten und Gemüse beworfen. Die Beamten setzten Schlagstöcke ein; die Bauern warfen leere Obstkisten auf die Polizisten

Kritisch ist die Lage auch in Portugal: Viele Tankstellen müssen schließen, da sie wegen der Blockaden keine Spritlieferungen bekommen. Auch dem Flughafen von Lissabon ging der Treibstoff aus. Fast alle Flüge mussten auf andere Flughäfen ausweichen.