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Am Tag des Referendums: Europa schaut nach Irland

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Am Tag des Referendums: Europa schaut nach Irland

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Knapp 500 Millionen Europäer schauen nach Irland. Dort entscheiden nicht einmal drei Millionen Wähler über die Zukunft der EU. Die Iren sind die einzigen, die per Referendum über den neuen EU-Vertrag abstimmen. Ihre Verfassung schreibt das vor. Sie müssten nun ausbaden, schrieb eine Zeitung, wovor sich seit dem Scheitern der Verfassung alle anderen EU-Staaten drücken.

Bis zuletzt hatte Ministerpräsident Brian Cowen für ein YES geworben. Die drei großen Parteien, Kirchen und Verbände stellte sich hinter ihn und den Text, der maßgeblich unter irischer Präsidentschaft entstand. Damals sollte er noch Verfassung heißen. Auf einigen abgelegenen Inseln wurde bereits abgestimmt. Und auch im Rest des Landes soll jeder seine Stimme abgeben können. Bis abends um elf haben die Wahllokale geöffnet.

Die Vertragsgegner werden von der nationalistischen Sinn Fein angeführt. Sie fürchtet um Irlands Neutralität und Einfluss und will nachverhandeln. Landwirte sorgen sich um eine weitere Liberalisierung des Handels.

Doch die Reise zum Vertrag von Lissabon, der die gewachsene EU handlungsfähiger und demokratischer machen soll, war eine schwierige. 18 Staaten haben den Vertrag bereits ratifiziert. Dass nachverhandelt wird, ist unwahrscheinlich. In letzten Umfragen lagen Gegner und Befürworter eng beieinander. Sie zeigten vor allem eins: Es wird heute knapp für Europa – in Irland.