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"Große Verantwortung auf irischen Schultern"

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"Große Verantwortung auf irischen Schultern"

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Vor 35 Jahren sind die Iren der EU beigetreten. Die grüne Insel hat stark davon profitiert. Doch zuletzt stagnierte der Aufschwung – und mit ihm der EU-Enthusiasmus. “YES oder NO zum Lissaboner Vertrag?” fragen sich die Iren – und auch, worüber sie eigentlich abstimmen.

“Ich bin unentschlossen. Ich finde den Text undemokratisch”, sagt ein Passant, “für mich ist nicht klar, worum es überhaupt geht.” Ein anderer sagt: “Ich war immer ein großer Freund von Europa. Als ich jung war, war Irland sehr isoliert. Ich habe viel Zeit auf dem Kontinent verbracht, ich habe in Deutschland gelebt, und ich denke, Irland kann von der EU nur profitieren.”

Im Europäischen Parlament in Brüssel schaut man gebannt nach Dublin. Einen Plan B gibt es nicht, denn das ist der Vertrag bereits, der ursprünglich eine Verfassung werden sollte. “Den Iren gefällt nicht, dass sie für den Rest Europas entscheiden sollen”, erklärt die liberaldemokratische EU-Angeordnete Marian Harkin. Eine große Verantwortung laste auf den Schultern der Iren.

Am Ende werden es wohl wenige Unentschlossene sein, die – Achsel zuckend – den Ausschlag geben. Nicht einmal ein Prozent der Europäer sind Iren.