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Was braucht Afghanistan?

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Was braucht Afghanistan?

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Heute ist Afghanistan ein tief gespaltenes Land. In den besseren Bezirken der Hauptstadt Kabul findet man so etwas wie westliche Normalität – großzügige Einkaufszentren samt Luxusangebot.

Wer aber nur wenige Kilometer weiter fährt, findet dieses Afghanistan vor. Flüchtlinge, deren Elend auch ausländische Hilfe nur dürftig zu lindern vermag. Hilfsorganisationen kritisieren, dass von den ausländischen Mitteln viel zu viel gar nicht bei den Bedürftigen ankommt.

Dabei gibt es Erfolge. – eine Million Kinder gehen zur Schule, die Mädchen machen immerhin schon einen Anteil von 35 % aus – 82 % der Bevölkerung haben heute Zugang zu medizinischer Versorgung, 9 % waren es vor 7 Jahren – und landesweit wurden 12.000 km Straßen gebaut.

Anders gerechnet: – nur die Hälfte aller Kinder geht zur Schule – die Lebenserwartung beträgt ganze 43 Jahre – und mit 93 % ist Afghanistan immer noch der weltgrößte Opium-Lieferant

In den ärmsten Provinzen kommt kaum internationale Hilfe an. Das meiste davon bleibt irgendwo an korrupten Beamten oder Stammesführern kleben. In der Provinz tragen Frauen die Burka, dominieren religiöse Eiferer das öffentliche Leben.

Die Geberländer mahnen mehr Eigenverantwortung an. Krankenhäuser und Schulen unter ISAF-Schutz zu betreiben sei das eine. Der russische Botschafter schätzt ein, die Regierung Karsai könnte wegen zu schwacher Staatsstrukturen nach dem Abzug der NATO höchstens 3 – 4 Jahre überleben.

Von den 2001 versprochenen 35 Milliarden Hilfsgeldern sind erst 15 angekommen. Hilfsorganisationen schätzen, dass von jeweils 100 Dollar ganze 30 ihr Ziel erreichen. 15 bis 30 % werden allein für Sicherheitsmaßnahmen gebraucht.

Der Kommentar der Weltbank zur Geberkonferenz lautet: Schnelle Hilfen für die Bürger und der Aufbau eigener Kapazitäten müsse Hand in Hand gehen.