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Kosovo-Verfassung tritt in Kraft

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Kosovo-Verfassung tritt in Kraft

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Vier Monate, nachdem sich das Kosovo für unabhängig erklärt hat, tritt heute auch eine eigene Verfassung in Kraft. Bei einer Zeremonie am Abend wird zum ersten Mal auch die neue Nationalhymne gespielt.

Verfassung, Hymne, Flagge – damit ist oberflächlich alles da, was ein eigenständiger Staat braucht: Und doch ist die Zukunft für das Kosovo ungewiss, schon
wegen der serbischen Minderheit im Land.

Auch der Präsident des überwiegend von Albanern bewohnten Kosovo, Fatmir Sejdiu, spricht vom
Problem, die Serben einzugliedern. Sie lehnten es ab, wirft er ihnen vor, die neuen Verhältnisse zu begreifen und anzuerkennen.

Von Anerkennung ist bei den Serben im Kosovo in der Tat keine Rede. Bestärkt werden sie darin von ihrem Mutterland: Für Serbien ist das abtrünnige
Kosovo nach wie vor seine Provinz.

Sein Beauftragter im Kosovo, Goran Arsic, sagt, die Verfassung sei rechtswidrig. Für die Serben im Kosovo gebe es sie nicht; sie würden sie nicht anerkennen und einfach so weitermachen wie bisher.

Das heißt, dass die Kosovo-Serben weiter ihre eigene Verwaltung aufbauen und in knapp zwei Wochen auch ihr eigenes Parlament gründen.

Unklar ist, wie die internationale Aufsicht aussehen soll: Der Aufbau der europäischen Polizei- und Justizmission ist ins Stocken geraten. Formal hat weiterhin die UNO das Sagen, weil alles andere an Russlands Widerstand im Sicherheitsrat scheitert. Sie schlägt nun eine Unterstellung der Europäer unter ihre eigene Mission vor. Wie das aussehen soll, ist unbekannt.