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Niederlande wegen Srebrenica vor Gericht

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Niederlande wegen Srebrenica vor Gericht

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Wegen des Massakers von Srebrenica muss sich zum
ersten Mal der niederländische Staat verantworten. Verklagt haben ihn vor dem Landgericht von Den Haag zwei bosnische Moslems, Hinterbliebene von Opfern.

Ihre Anwältin warf den Niederlanden vor, sie seien verantwortlich für das Verhalten ihrer Soldaten damals. Die niederländischen Blauhelmtruppen hätten die Moslems in Srebrenica nicht ausreichend geschützt und damit gegen ihren Auftrag verstoßen.

Im Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 stand Srebrenica
unter Schutz der UNO. 1995 marschierten aber Truppen der bosnischen Serben ein und töteten rund
achttausend moslemische Männer und Jungen. Es war das schwerste Kriegsverbrechen in Europa seit dem zweiten Weltkrieg.

Die niederländische Regierung erklärte später, mit dem Schutz der Stadt sei ihren Soldaten eine unmögliche Aufgabe erteilt worden.

Der damalige Kommandeur der bosnischen Serben, Ratko Mladic, ist auch nach dreizehn Jahren nicht gefasst – ebenso wie der politische Anführer von damals, Radovan Karadzic.

Am Mittwoch beginnt ein weiterer Prozess, in dem es zusätzlich um die Verantwortung der UNO geht. Hier sind die Kläger die so genannten “Mütter von Srebrenica” sowie einige Einzelkläger.