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Morgan Stanley - mit Tafelsilber gegen drohende Verluste

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Morgan Stanley - mit Tafelsilber gegen drohende Verluste

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Fehlspekulationen mit Schrotthypotheken hinterlassen weiter ihre Spur der Zerstörung in den Bilanzen der US-Banken. Die zweitgrößte US-Investmentbank Morgan Stanley verbucht im zweiten Geschäftsquartal wieder einen deutlichen Gewinneinbruch. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen von März bis Mai zwar 652 Millionen Euro.

Aber dafür mußte für 922 Millionen Euro Tafelsilber verkauft werden: Eine spanische Vermögensverwaltung und Anteile am US-Indexanbieter MSCI. Nur dank dieser Verkäufe konnte das Institut überhaupt verhindern, rote Zahlen zu schreiben.

Und trotz dieser hohen Einmaleinnahmen erwirtschaftete das Unternehmen 57 Prozent weniger als im Vergleichsquartal des Vorjahrs. Wettbewerber Lehman Brothers hatte zuvor einen Quartalsverlust von 1,8 Milliarden Euro bekanntgegeben.

Branchenführer Goldman Sachs steuerte mit 11 Prozent Gewinneinbuße bislang vergleichsweise unbeschadet durch die Finanzkrise. In den vergangenen 12 Monaten mussten Banken insgesamt 257 Milliarden Euro abschreiben.

Und das Geschäft mit Immobilienkrediten ist auf dem Weg in den Keller. Anfang Juni ging die Zahl der Hypothekenanträge allein innerhalb einer Woche um knapp neun Prozent zurück.

Auf längere Sicht treibt die Anleger inzwischen die Frage um, ob das Geschäftsmodell der Wall-Street-Banken noch eine Zukunft hat.

Die Anleger bleiben verunsichert: Die Aktie fällt. Im Lauf des Jahres verdampfte bereits rund ein Viertel des Börsenwertes. Bisher mußte das Institut wegen der Finanzkrise gut 8,6 Milliarden Euro abschreiben.