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Walesa unter Verratsverdacht

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Walesa unter Verratsverdacht

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Hat Lech Walesa – erster Präsident des demokratischen Polens – dem kommunistischen Geheimdienst zugearbeitet? Juristisch ist diese Frage bereits entschieden worden, in der Öffentlichkeit noch nicht. Am kommenden Montag erscheint ein Buch, das sich angeblich auf bislang unveröffentlichtes Material stützt. Darunter ist auch ein interner Bericht, den eine Zeitung bereits abdruckte. Ihm zufolge soll Walesa seit Ende 1970 dem Dienst zugearbeitet haben. Deckname Bolek.

Er wisse, wer er war, so der frühere Vorsitzende der Gewerkschaft Solidarnosc, also lache er über die Anschuldigungen. Die Menschen hätten die Wahl, wem sie glauben wollten: Ihm oder früheren Geheimdienstleuten. Die Anführung des Streiks auf der Danziger Werft 1980 brachte Walesa den Friedensnobelpreis ein – und viele Neider. Einer der bekanntesten ist Staatspräsident Lech Kaczynski. Er hat Walesa öffentlich beschuldigt, als Spitzel für den Geheimdienst gearbeitet zu haben. Walesa bestreitet das und hat den Präsidenten verklagt. Er hatte bereits frühere Verfahren gewonnen.