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Der erste Tag der Waffenruhe am Gazastreifen

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Der erste Tag der Waffenruhe am Gazastreifen

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Am ersten Morgen der neuen Waffenruhe herrscht im israelischen Grenzort Sderot die Skepsis vor. Hier schlugen nahezu täglich Hamas-Raketen ein, haben im vergangenen Jahr vier Einwohner getötet.

Dieser Einwohner glaubt nicht, dass die Waffenruhe diesmal halten werde. Eine Woche oder drei Tage , dann werde es wieder losgehen….

Viele seiner Nachbarn sehen in der Vereinbarung zur Waffenruhe nur ein taktisches Manöver der Hamas.

“Eine schwierige Frage”, meint der Mann im Cafe. “Was ist das Wesentliche an dieser Waffenruhe?”

Nach seiner Meinung könne es nur der Reorganisation der Hamas nützen. Und in den Augen ihrer Wähler habe die Hamas damit einen Sieg davongetragen. Die werden jetzt wieder mit Lebensmitteln und Kleidung versorgt.

Das Mißtrauen der Israelis wird vor allem von jenem Punkt in der Abmachung genährt, der die Aufhebung der Blockade vorsieht. Nach einem Jahr werden wieder Tankwagen rollen

Für die anderthalb Millionen Palästinenser, die im dicht besiedelten Gazastreifen leben, sieht das wirklich nach dem Ende einer schlimmen Leidenszeit aus.

So wünschen die sich denn auch nichts so sehr wie die Öffnung der Übergänge, damit sie wie andere Völker auch leben können – in Würde.

Und für die Fischer am Mittelmeer wird es bedeuten, dass sie endlich wieder hinausfahren, ihrem Beruf nachgehen können.

“Wir wollen wie andere Völker auch in Frieden und Sicherheit leben”, sagt dieser Fischer.
Wir wollen keinen Krieg mehr. Wir wollen endlich Frieden. Seit zweieinhalb Jahren durften wir nicht mehr aufs Meer.”

Die Fischerei ist nicht der einzige Wirtschaftszweig, der am Boden liegt. Im abgesperrten Gazastreifen ist schon allein mangels Treibstoff das gesamtem Wirtschaftsleben zusammengbrochen. Firmen sind pleite.

Die Verluste seit Juni 2007 in den Bereichen Bau, Texilproduktion, Landwirtschaft belaufen sich auf genau 193,5 Millionen euro. Und die Arbeitslosigkeit nähert sogar nach offiziellen Angaben der 40-Prozent-Marke, seit die Palästinenser nicht mehr zur Arbeit nach Israel dürfen.

Die Bauern, die hier ihre Felder bewässern, hoffen nun wieder ihre Ernte verkaufen zu können. In den vergangenen Monaten war auch für sie die Grenze zu.