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Rom ist hoch verschuldet: Vorwürfe und böse Worte - und das Aus für "notti bianche"

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Rom ist hoch verschuldet: Vorwürfe und böse Worte - und das Aus für "notti bianche"

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Roms Schuldenberg hat am Samstag im Stadtrat der italienischen Hauptstadt für heftige Diskussionen gesorgt. Acht Milliarden Euro Schulden habe der ehemalige Mitte-Links-Bürgermeister Walter Veltroni hinterlassen, erklärte Veltronis konservativer Nachfolger Gianni Alemanno, und im kommenden Jahr würden diese Schulden sogar noch steigen. Damit die Geschäfte der Stadt überhaupt weitergeführt werden können, musste die Regierung Berlusconi mit einem Vorschuss aushelfen.

“Ich denke, dass unsere Informationen zutreffen”, sagte Silvio Berlusconi. “Es handelt sich um einen Bankrott. Die Verwaltung von Rom hat versagt und ich glaube nicht, dass die Verantwortlichen weiterhin in der Politik bleiben können.” Veltronis Antwort kam postwendend: Er könne solche heftigen Verurteilungen nicht hinnehmen, sagte der
Vorsitzende der größten Mitte-Links-Partei Italiens: “Diese Äußerungen sind typisch für diese Leute und zeugen auch von Unwissen. Immerhin kommen sie von jemandem, der Italien vier Jahre lang, von 2001 bis 2005, eine Schuldenlast von mehr als 30 Milliarden Euro beschert hat.”

Eine Konsequenz der desaströsen Lage Roms ist, dass die für September geplante “Lange Nacht der Museen” ausfällt. Das Konzept der “notti bianche” hatte Veltroni mit großem Erfolg 2003 aus Berlin importiert. Im Vorjahr hatten 2,5 Millionen Menschen die Konzerte, Ausstellungen und Museen besucht.