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Nach Santa Cruz, Pando und Beni stimmt auch Tarija für mehr Unabhängigkeit

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Nach Santa Cruz, Pando und Beni stimmt auch Tarija für mehr Unabhängigkeit

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Die Einwohner der bolivianischen Provinz Tarija haben sich offenbar mit großer Mehrheit für eine weitgehende Autonomie der Region ausgesprochen. Laut Wählerbefragungen stimmten mehr als 80 Prozent dafür. In Tarija leben zwar nur rund 400.000 Menschen, die Provinz verfügt aber über 85 Prozent der bolivianischen Erdgasreserven. Der Präfekt von Tarija, Mario Cossío, erklärte bei der Stimmabgabe, nun gehe es um das Wohlergehen der Menschen, um Tarija und um das gemeinsame Vaterland Bolivien.

Tarija ist die vierte Region, in der über eine weitgehende Autonomie abgestimmt wurde. Zuvor hatten sich bereits die Einwohner von Santa Cruz, Pando und Beni für mehr Unabhängigkeit ausgesprochen. Die reichen Provinzen wehren sich gegen die Pläne von Präsident Evo Morales, auf ihre Wirtschaft zuzugreifen und mit diesen Geldern die Regionen im Westen mit ihrer verarmten Indio-Mehrheit zu unterstützen. Morales selbst setzt auf einen Sieg am 10. August. Dann nämlich stellt er sich einem Volksentscheid, bei dem es um seine mögliche Amtsenthebung geht. Umfragen zufolge könnte Morales gewinnen, was eine Bestätigung für seinen Kurs wäre.

Die Anhänger der Unabhängigkeit in Tarija feierten ihren Sieg, der freilich keine Auswirkungen haben dürfte: Laut Morales sind die Referenden in allen vier Regionen verfassungswidrig.