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"Nein" der Iren Thema bei Europakonferenz in Lyon

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"Nein" der Iren Thema bei Europakonferenz in Lyon

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Die Forderungen sind seit dem 12.Juni klar. Respektiert das Nein der Iren zum Vertrag von Lissabon, findet der Europaskeptiker Christoph Limousin und meint: “ Hört uns, hört die Franzosen die schon Nein zur EU-Verfassung gesagt haben. Hört das Nein der Iren. Hört die Menschen die sich äußern, auch die in Holland. Hört was sie sagen, denn sie leiden.”
Nach Lille haben sich die Europäer nun zum zweiten Mal getroffen, mitorganisiert vom Netzwerk der proeuropäischen Bewegung. Plenartagungen, literarische Kaffees. Viel wird getan um den Trübsinn über das irische Nein zu vergessen.

Wie auf die neue Lage reagiern? Wie soll Europa weitergebaut werden? Die Antwort: Weiterkämfen, sagt Staatssekretär Jean-Pierre Jouyet: “ Es weht ein neuer Wind in Europa. Dank dessen, können wir wieder stärker für Europa kämpfen. Die Abneigung besiegen. Mit Bernard Kouchner wird Europa weiterkämpfen.” Es sind fast Tausend gekommen, die mehr über Europa hören und über Europa sprechen wollen. Sie schmieden weiter an der europäischen Idee. Aber nicht in der Sprache der Diplomaten.

Ein Zuschauer meint: “Manchmal habe ich gezörgert wegen des Neins anderswo und weil die Verfassung den unbegrenzten Liberalismus wollte. Ein anderer sagt: “ Ich bedaure, daß der Begriff Sozial so selten vorkommt.” Eine Frau merkt an: “ Ich freue mich über die Debatte. Leider sind hier nur Proeuropäer.” Sylvie Goulard ist die Vorsitzende der europäischen Bewegung in Frankreich. Den Hauptgrund für die irische Ablehung des Vertrages, daß er zu komplex und unverständlich sei, akzeptiert sie nicht und sagt verärgert: “ Wir müssen sagen, sie liegen falsch. Sie Vereinfachen nur. Wenn sie in den Abendnachrichten erklären, der Vertrag würde Verteidigungsmechanismen festschreiben, würde Europa Natoisieren. Wenn sie sagen, da werden Länder zusammengebracht, einige sind neutral, andere sind Mitglieder der NATO . Sehen Sie – und schon bin ich zu weit gegangen und war nicht klar und deutlich genug.

Europa ist nunmal komplex. Und wir müssen den Mut aufbringen, damit umzugehen.”
Die Staats-und Regierungschefs müssen die Probleme Europas angehen. Europa darf nicht für alles herhalten, was falsch läuft. Die Europapolitiker müssen mehr Rückgrat und Mut für die europäische Sache zeigen, glaubt auch Oliver Ferrand von der Organisation Terra Nova: “Der politische Mut und Wille fehlt heute, denke ich. Es ist eine Generation am Werk, die keine Vision von dem künftigen Europa hat.”

Viele Fragen, ausweichende Antworten und die generelle Überzeugung, daß Europa doch irgendwie zusammengehört.