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Simbabwes Oppositionsführer flüchtet in niederländische Botschaft

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Simbabwes Oppositionsführer flüchtet in niederländische Botschaft

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Im afrikanischen Krisenstaat Simbabwe hat sich Oppositionsführer Morgan Tsvangirai in die Botschaft der Niederlande geflüchtet.
Zuvor hatte die Polizei nach Augenzeugenberichten die Zentrale seiner Bewegung für Demokratischen Wandel gestürmt.
Tsvangirai hatte am Wochenende erklärt, er werde
nicht an der Stichwahl gegen Präsident Robert Mugabe teilnehmen – wegen der zunehmenden Gewalt gegen seine Anhänger.
Die Beobachter der regionalen Staatengemeinschaft SADC wollen voerst in Simbabwe bleiben, bis Tsvangirai offiziell der Wahlkommission den Rückzug erklärt hat.
Informationsminister Bright Matonga forderte den Oppositionsführer auf, seine Entscheidung zu überdenken: Denn mit seinem Rückzug würde er dem Volk Simbabwes die Möglichkeit nehmen, zu entscheiden, wer in den kommenden fünf Jahren ihr Präsident sein solle.
Doch nach Auffassung der Opposition ist eine freie Wahl unter Präsident Robert Mugabe zurzeit nicht möglich. Nach Einschätzung des politischen Beobachters John Makumbe würde die Gewalt im Lande auch nach dem Rückzug Tsvangirai weitergehen: Das Mugabe-Regime würde die Menschen am Freitag an die Wahlurnen prügeln, statt einfach Mugabe mangels Gegner zum Sieger zu erklären, wie es das Gesetz in diesem Falle vorsehe, sagte Makumbe.
Tsvangirai hatte die erste Runde der Präsidentenwahl Ende März gewonnen, doch die absolute Mehrheit hatte er verfehlt.
Sein Wahlkampf war überschattet von Behinderungen, Schikanen und einer Welle der Gewalt gegen seine Anhänger.