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Zur Lage im Simbabwe

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Zur Lage im Simbabwe

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“100 % “ steht als Losung auf der Bühne, die Robert Mugabe besteigt für eine letzte Wahlkampfrede.
In dem, was Mugabe unter Demokratie versteht, ist für andere Meinungen kein Platz.
Nur Gott könne ihm die Macht nehmen, die er ihm gegeben habe, sagt der Held lange vergangener Unabhängigkeitskämpfe.

Wörtlich:
“Für die MDC stimmen heisst dafür stimmen, dass die Briten hier nicht nur wieder Fuss fassen sondern wirklich Macht ausüben.”

(“A vote for the MDC ist an vote for the British to have once again , not just a foothold there, but real power.”)

Und so wird das dem Wahl-Volk im Fernsehen vermittelt: Mugabes Herausforderer Tsvangirai als “trojanisches Pferd” der alten Kolonialmacht und ihrer Verbündeten.

Den Wählern wird suggeriert, der politische Gegner sei ein Handlanger der weißen Kolonialherren.

Mit diesem Rückgriff auf längst aus der Realität verschwundene Feindschaften hält sich Mugabe seit Jahrzehnten an der Macht.
Nachdem seine Mißwirtschaft das Land zugrunde gerichtet hat, bemüht er alte Feindbilder – indem er z.B. vor acht Jahren seine “Kampfgefährten” dazu aufhetzte, die weißen Farmer zu vertreiben.

Dann wurde Land verteilt – ohne für eine effiziente Bewirtschaftung zu sorgen.
So ist aus der “Kornkammer Afrikas” das Land mit der weltweit höchsten Inflationsrate geworden.

Ein Land, in dem die Menschen so arm sind, dass sie durch den Stacheldraht ins benachbarte Südafrika kriechen, um Nahrung zu finden.

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Simbabwe liegt bei 37 Jahren!!!
Fast drei-einhalb Millionen der 12,3 Millionen Simbabwer haben das Land verlassen.

Und Präsident Robert Mugabe?
Der beschuldigt die Nicht-staatlichen Hilfsorganisationen, die Opposition in seinem Land zu fördern. wörtlich:
“Mittel werden durch die vom Westen geschaffenen Nicht-Regierung-Organisationen den Oppositionsparteien zugeleitet.
Diese vom Westen gegründeten NGOs benutzen Nahrungsmittel als politische Waffe gegen die Regierung, vor allem in ländlichen Gegenden.”

Von den Simbabwern, die noch im eigenen Lande zu überleben versuchen, ist jeder vierte auf die Nahrungsmittelhilfe der von Mugabe verteufelten Organisationen angewiesen.