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Der Weg von Simbabwes Oppositionsführer Morgan Tsvangirai

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Der Weg von Simbabwes Oppositionsführer Morgan Tsvangirai

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Morgan Tsvangirai – der Mann, der es wagt,
Robert Mugabe herauszufordern. Geboren 1952 als das älteste von 9 Kindern eines Maurers.
Er verließ frühzeitig die Schule.
In der Nickel-Grube bekam er Kontakt zur Gewerkschaft und wurde schließlich Führer der Bergarbeitergewerkschaft ZCTU.
Mit deren Unterstützung gründete er 1999 die Oppositionspartei “Bewegung für einen demokratischen Wandel” – MDC.
2006 sagte er auf die Frage, warum das Land eine Opposition brauche: “Das Regime will, dass wir aufgeben. Wir leben in einem Unrechtsstaat, in dem gilt: Der Diktator soll über die wenigen vorhandenen Lebensmittel verfügen. Der Diktator soll die wenigen Jobs seinen eigenen Kumpels geben. Der Diktator soll die belohnen, die ihn preisen.”

Diese neue Partei, die erste organisierte, legale Opposition seit Mugabes Machtantritt 1980, trat
2000 erstmalig bei Parlamentswahlen an –
und gewann 57 Sitze – fast die Hälfte!
Und das trotz massiver Behinderungen durch die Staatsmacht. Trotz der Überfälle, bei denen mehr als 30 von Tsvangirais Anhängern ums Leben kamen.

Tsvangirai versprach gerade angesichts der außerordentlichen Hindernisse “eine gesunde Debatte” im Parlament.

Einen zweiten Anlauf unternahm die Oppositionspartei MDC zwei Jahre später.
Morgan Tsvangirai trat bei der Präsidentenwahl gegen Robert Mugabe an. Die Wahlen gewann Mugabe – Tsvangirai wurde des Hochverrats angeklagt. Die Untersuchungshaft wurde zwar ausgesetzt – aber 20 Monate lang schwebte das Damoklesschwert eines möglichen Todesurteils über seinem Haupt.

In dieser Zeit erlebte die junge Partei ihre erste Krise – und eine Spaltung.

Am 15 Oktober 2004 fiel der Richterspruch für Tsvangirai: Nicht schuldig.

Die Oppositionspartei und ihr Führer bekommen es verstärkt mit Schlägertrupps zu tun.
Diese Bilder eines verprügelten Tsvangirai stammen von 2007.
Wenn der politische Gegner zu solchen Mitteln greift, scheint die Propaganda, die die Opposition als “Handlanger der weißen Farmer und der britischen Regierung” bezeichnet, nicht sehr erfolgreich zu sein.