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EU und OPEC streiten über hohen Ölpreis

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EU und OPEC streiten über hohen Ölpreis

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Zwei Tage nach dem Krisentreffen in Saudi-Arabien haben sich EU und OPEC wegen der hohen Ölpreise einen harten Schlagabtausch geliefert. Während die Europäer eine deutlich höhere Fördermenge von den Exportländern verlangten, machte das Kartell westliche Spekulanten für die Preisexplosion verantwortlich.

Auf dem fünften gemeinsamen Energie-Forum in Brüssel wies EU-Energiekommissar Andris Piebalgs diese Lesart zurück. Stattdessen forderte er die OPEC auf, ihre Fördergrenzen zu kappen. In dieser Frage gebe es fundamentale Meinungsverschiedenheiten.

OPEC-Präsident Chakib Khelil erklärte dagegen, der Ölmarkt werde derzeit von Spekulanten als Geisel genommen. Es stehe ausreichend Rohöl zur Verfügung. Das Verhältnis von Angebot, Nachfrage und Reserven sei heute besser als noch vor einem Jahr. Die OPEC habe bereits getan, was nötig war, dennoch seien die Preise nicht gesunken.

Die weltweite Nachfrage beläuft sich auf 87 Millionen Barrel pro Tag, davon verbraucht die Europäische Union 15,7 Millionen Barrel. Die OPEC fördert täglich rund 32 Millionen Barrel.

Der größte Ölproduzent Saudi-Arabien hatte zuletzt dem Drängen aus Brüssel teilweise nachgegeben.
So hatte Riad angekündigt, im Juli im dritten Monat in Folge die Förderung zu erhöhen – und zwar um 200.000 auf 9,7 Millionen Barrel pro Tag. Diese Maßnahme wird von den übrigen Mitgliedern des Kartells nicht mitgetragen.

Das nächste OPEC-Gipfeltreffen findet im September statt.