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Sinti und Roma: Volk ohne Land findet keinen Frieden

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Sinti und Roma: Volk ohne Land findet keinen Frieden

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Die Sinti und Roma sind das am meisten diskriminierte Volk in Europa. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht des Euraparates in Straßburg.

Seit Jahrhunderten leben Sinti und Roma in Europa, doch erwünscht sie so gut wie nirgends. Dies hat zur Folge, dass die Roma keine Arbeit bekommen und ihre Kinder kaum Schulbildung oder Ausbildungschancen erhalten. Ein Teufelskreis.

Die Europaabgeordnete Livia Jaroka – eine Roma aus Ungarn – sagt: “Die Roma leben im europäischen Durchschnitt 10 Jahre kürzer. Die Arbeitslosenquote unter den Roma beträgt 90 Prozent. Diese Probleme dürfen nicht als “typisch Roma” an den Rand gedrängt und ihre Lösung auf Roma-Organisationen abgeschoben werden. Die Regierungen müssen sich darum kümmern. Das muss auf EU-Ebene gelöst werden.”

Erst vor einem Monat gipfelte der Hass gegen die Roma in Italien in Ausschreitungen gegen die Minderheit wie hier in Neapel.

Die Hilfsorganisation Communita di Sant Egido nimmt sich der Ausgestoßenen an. Ihr Sprecher Mario Marazziti erklärt: “Hier in Italien ist die Situation für die Roma in den vergangenen Jahren immer schlimmer geworden, – den Holocaust hat man geflissentlich vergessen, die Vernichtungslager, … die Roma sind zum Sündenbock für alles geworden und werden für alle sozialen Probleme verantwortlich gemacht.”

Das Volk ohne Land, das nie einen Krieg geführt hat, findet doch keinen Frieden.