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Berlin vor 60 Jahren - Blockade und Luftbrücke

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Berlin vor 60 Jahren - Blockade und Luftbrücke

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Berlin nach dem II.Weltkrieg. Ein Trümmerhaufen – geteilt durch vier. Die “deutsche Frage” war noch offen. Diskutiert wurde in jener Zeit über einen Friedensvertrag mit Deutschland als Ganzes.

Aber die Interessen der drei Westmächte und der Sowjetunion liefen bereits auseinander.
Mit der Währungsunion in ihren 3 Zonen gingen die Westmächte im Juni 1948 den ersten Schritt zur Teilung. Als die Westmark dann auch noch in den Westsektoren Berlins eingeführt wurde, fühlte sich Stalin provoziert und verhängte eine Versorgungsblockade.
Nichts ging mehr auf Schiene, Straße oder Wasserweg.

Da waren aber noch die Luftkorridore, über die die drei Westmächte in eigener Hohheit ihren jeweiligen Sektor von Berlin über die sowjetische Zone hinweg mit ihrer Zone im Westen verbinden konnten.

In der Nacht zum 24. Juni 1948 gingen in den drei Westsektoren Berlin die Lichter aus.
Auf Befehl aus Moskau war die Stromversorgung durch die in der Sowjet-Zone gelegenen Kraftwerken gekappt worden.

Was tun? Mit einem bewaffneten Panzerzug die Blockade durchbrechen? Diesen ersten Vorschlag seiner Generäle lehnte US-Präsident Harry S. Truman ab. Zu heiss. Statt dessen mobisierten die Westmächte ihren Lufttransport für das gewaltigste Luftversorgungsunternehmen der Geschichte.

Einer der dabei war , der Pilot Earl Moore,erinnert sich: “Wenn wir die, die wir da versorgten, als ehemaligen Feinde angesehen hätten, wären die nicht mit soviel Begeisterung zu uns gekommen. Und als wir sahen, was wir tun und was die Kommunisten tun, da war die Sache klar.”

Auch wenn die Luftbrücke keine normale Versorgung erreichen konnte, wenn es zeitweise nur 2 Stunden am Tag Strom gab, so stärkte diese Aktion vor allem den Durchhaltewillen der Menschen.

Ganz besonders, nachdem ein US-Pilot auf die Idee kam, beim Landeanflug Süßigkeiten für die Kinder abzuwerfen. Mercedes Wild hat diese Zeit als Kind erlebt. Sie erzählt, wie sie an ihren “Schokoladenonkel” geschrieben hat. Adresse: Flughafen Tempelhof. Er solle doch einmal für sie allein eine Schokoladenladung über ihrem Garten abwerfen.

Zeitweise landeten die Flugzeuge auf dem Flughafen Tempelhof im 3-Minuten-Takt.
Ein knappes Jahr lang wurden 2 Millionen Menschen auf dem Luftwege versorgt.