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Der wirtschaftliche Niedrgang von Simbabwe

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Der wirtschaftliche Niedrgang von Simbabwe

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Bilder aus dem Stadtzentrum von Harare. Hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Der Eindruck ändert sich, sobald man sich einer Bank oder auch nur einem Geldautomaten nähert. Seit gut einem Jahrzehnt geht es mit der Wirtschaft des Landes bergab – und das immer schneller.

Die Inflation steigt so schnell, dass die niedergeschriebene Zahl schon wieder überholt ist, wenn man sie vorliesst. Daher am besten nur diese Erklärung: Simbabwe hat die mit Abstand höchste Inflationsrate der Welt.

Eine Zigarette kostet 300 Millionen Zimbabwe-Dollar, eine Tasse Cafe eine Milliarde.
Die Referenzwährung US-Dollar steht offiziell bei eins zu 10.595 – schwarz zahlt man aber siebenmal soviel. 80 Prozent der Bevölkerung sind arbeitslos, der Anteil der Armen ist ebenso hoch – offiziell.

Ob man zur Arbeit geht oder nicht, das macht keinen Unterschied, sagt Jacob, der in einem township lebt. Man verschwendet nur Zeit. Das Geld das man dafür bekommt, ob für einen festen oder für einen Gelegenheitsjob, das Geld ist nichts wert.

Also kehren die Menschen – vor allem auf dem Lande – gewissermaßen zur Naturalwirtschaft zurück. Man tauscht, wenn man nicht gerade Schlage steht nach Grundnahrungsmitteln wie Zucker, Mehl oder Öl.

Der Wirtschaftsexperte John Robertson rechnet vor: “Leute mit festen Jobs können im Moment 50 bis 60.000 Simbabwe-Dollar pro Monat verdienen. Die Lebenshaltungskosten für eine fünf-köpfige Familie belaufen sich aber auf 300.000 Simbabwe-Dollar.”

Simbabwe war auch einmal weltgrößter Tabak-Exporteur. Bis Präsident Mugabe aus machtpolitischen Erwägungen die meisten weißen Farmer vertreiben liess. Ihr Land wurde verteilt, ohne dass jemand auf eine richtige Bewirtschaftung achtete.

Der Politikwissenschaftler Siphamandla Zondi aus Südafrika erinnert an den Spruch in der Region: “Wenn Simbabwe niesst bekommt die ganze Region die Grippe.” “Und nun”, so meint er, “ haben wir uns angesteckt. Südafrika ist bereits ganz direkt betroffen durch die nicht mehr zu bewältigende Zahl von Einwanderern.”

Auf genaue Zahlen mag sich niemand festlegen – mindestens 3 der gut 12 Millionen Simbabwer haben ihr Land bereits verlassen.