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Trotz Spannungen: Mugabe will sich wählen lassen

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Trotz Spannungen: Mugabe will sich wählen lassen

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Am Tag vor der Stichwahl in Simbabwe spitzt sich die Lage zu. Auf Robert Mugabe, der die frühere britische Kolonie seit der Unabhängigkeit 1980 regiert, wächst der internationale Druck, die Wahl zu verschieben. Doch er will sich wiederwählen lassen – als einziger Kandidat.

Oppositionsführer Morgan Tsvanigirai zog sich wegen der Gewalt gegen seine Anhänger zurück. Seit dem gewonnen ersten Wahlgang im März wurden mehr als 80 von ihnen getötet. Rund 300 flüchteten sich in die südafrikansiche Botschaft.

Tsvanigari selbst harrt seit Sonntag in der niederländischen Vertretung aus. Gestern verließ er sie kurz, um die afrikanischen Staaten um Hilfe zu bitten. In einem britischen Zeitungsartikel fordert er Mugabe auf, zu verhandeln.

Bei einem Benefiz-Dinner in London bedauerte auch Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela das Versagen Mugabes. Der britische Premier Gordon Brown plant neue Sanktionen: “Wir sehen voller Betroffenheit die fortwährende Tragödie in Darfur. In größerer Nähe haben wir den Ausbruch von Gewalt gegen afrikanische Mitbrüder in unserem eigenen Land erlebt und das tragische Versagen der Führung im benachbarten Simbabwe”, so der frühere Präsident Südafrikas.

Frankreich und die USA erklärten, das Ergebnis der Wahl nicht anzuerkennen. US-Präsident George W Bush sprach von Betrug, ebenso der demokratische Bewerber um seine Nachfolge, Barack Obama: Mugabe habe die Wirtschaft zu Grunde gerichtet und ungemeine Gewalt gegen das eigene Volk eingesetzt. Wie immer die Wahl ausgehe, Mugabe werde sich nicht einen demokratisch gewählten Führer nennen können.

Einen Ritter darf sich Mugabe bereits jetzt nicht mehr nennen. Die englische Queen entzog ihm gestern die Ehre wegen Missachtung der Demokratie.