Eilmeldung

Eilmeldung

Ein Jahr im Amt - die Bilanz des Gordon Brown

Sie lesen gerade:

Ein Jahr im Amt - die Bilanz des Gordon Brown

Schriftgrösse Aa Aa

Schon bei der Amtsübernahme sah er nicht gerade aus wie einer, der den seit Jahren angestrebten Posten endlich bekommen hat. Aber Gordon Brown ist schließlich der “mürrische Schotte”, und der lacht nicht einmal bei guten Umfragewerten.

Nach drei Tage wäre ihm das Lachen ohnehin vergangen – Anschlag in Glasgow.
Wieder mussten die Briten erfahren, wie scheinbar harmlose Bürger sich als gefährliche Fanatiker entpuppten. Der Premier reagierte durchaus staatsmännisch: “Ich weiss, das britische Volk wird zusammenstehen, einig, entschlossen und stark.” in english: “ I know that the britsh people will stand together, united, resolute and strong.”

Zehn Jahre hatte Brown auf diese Chance gewartet und auch versprochen, als Premier die Lehren aus der heftig kritisierten Irak-Politik seines Vorgängers zu ziehen.

Einen Zeitplan für den Truppenrückzug gibt es allerdings immer noch nicht – wohl aus Rücksicht auf den Verbündeten USA .

Keine drei Monate im Amt hatte der Wirtschaftsfachmann die Immobilienkrise am Hals.
Northern Rock, eine der größten Immobilienbanken des Landes, konnte nur mit einem Milliarden-Kredit der englischen Notenbank vor dem Zusammenbruch gerettet werden.
Und das in jenem Land, das in der EU traditionell den höchsten Anteil von Wohneigentum hat.
Der Premier musste verkünden, dass die Bank vorübergehend verstaatlicht werde, bis sich die Marktbedingungen geändert haben.

Die britischen Steuerzahler kostet dieses Rettungsunternehmen um die 30 Millionen euro.
Und das, da die lange Wachstumsphase zuende geht, um die die Briten vom Festland aus so heftig beneidet wurden.

Und dann verpasste Brown auch noch den günstigen Moment, um sich die Legitimation durch die Wähler zu holen. “Feigling” schimpften ihn nicht wenige Anhänger, als nach langer Debatte in den Medien dann doch keine vorgezogene Unterhauswahl ansetzte.

Jetzt ist es zu spät. In einem einzigen Monat ist Labour in den Umfragen um zwei Prozent abgestürzt – der Abstand zwischen Regierungspartei und Opposition war seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr so groß! Labour: 25 Prozent, Konservative: 45 Prozent.

Die Konservativen haben bei vier Prozent Zuwachs in einem Monat Grund zum feiern. Nachdem Labour mit Brown an der Spitze auch noch die Kommunalwahlen im Mai so haushoch verloren hat, sieht es wahrlich düster aus für den “mürrischen Schotten”.