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Mugabe soll nach umstrittenen Wahlsieg wiedervereinigt werden

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Mugabe soll nach umstrittenen Wahlsieg wiedervereinigt werden

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Am Tag nach der weltweit als undemokratisch kritisierten Präsidentenwahl in Simbabwe mit Amtsinhaber Robert Mugabe als einzigem Kandidaten haben am Samstag in der Haupstadt Harare die Vorbereitungen für seine Vereidigung begonnen. Augenzeugen berichteten von Zelten, die auf dem Gelände des Präsidentenpalastes errichtet würden.

Die Wahlkommission hatte eine Bekanntgabe des Ergebnisses für das Wochenende in Aussicht gestellt, da Mugabe an dem am Montag beginnenden Gipfel der Afrikanischen Union (AU) in Ägypten teilnehmen will. Beobachter gehen davon aus, dass seine Vereidigung vor seiner Abreise stattfinden wird.

Die slowenische EU-Ratspräsidentschaft erklärte, die Union behalte sich “die Möglichkeit vor, gegenüber den Verantwortlichen der tragischen Ereignisse der vergangenen Monate angemessene Maßnahmen zu ergreifen”. In der EU gibt es bereits seit längerem ein Einreiseverbot gegen Regierungsvertreter, eine Blockade von Vermögenswerten und ein Verbot von Waffenverkäufen in das Land im südlichen Afrika.

Das Regime von Mugabe schüchtert einem britischen Zeitungsbericht zufolge auch im Ausland oppositionelle Kräfte massiv ein. Etliche der in der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien lebenden Dissidenten sowie deren Familienmitglieder in Simbabwe seien bedroht worden, sie würden überwacht und mit nächtlichen Telefonanrufen terrorisiert, berichtete der “Independent” am Samstag.

Der Weltsicherheitsrat äußerte sein “tiefes Bedauern” über die umstrittene Stichwahl. Aufgrund des Widerstands von Südafrika konnte sich das Gremium am Freitag in New York aber nicht darauf einigen, die Abstimmung für unrechtmäßig zu erklären. Präsident Thabo M’Beki sieht den Konflikt als innenpolitische Krise Simbabwes an.