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Gefangenenaustausch vielleicht in zwei Wochen

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Gefangenenaustausch vielleicht in zwei Wochen

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Der Gefangenenaustausch zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Bewegung könnte in zwei Wochen stattfinden. Das geht aus israelischen Medienberichten hervor. So lange würde es demnach
dauern, um die ebenfalls zu übergebenden Leichen
durch Gentests zweifelsfrei zu identifizieren.

Bei diesem Austausch geht es vor allem um zwei israelische Soldaten; ihre Entführung löste vor zwei Jahren den gut einmonatigen Libanonkrieg aus. Ob sie noch leben, ist unklar; ihre Regierung geht jetzt aber davon aus, dass sie tot sind.

Die Übereinkunft kam durch einen deutschen Vermittler im Auftrag der UNO zustande; dass man nur indirekt verhandelt habe, hebt Israels
Regierungssprecher Mark Regev eigens hervor. Er nennt die Hisbollah eine zynische und brutale Terroristengruppe, die die Gefühle der Angehörigen bewusst missbraucht habe.

Im Gegenzug für die beiden Soldaten, ob nun tot oder lebendig, will Israel unter anderem fünf libanesische Gefangene übergeben: Der bekannteste
ist Samir Kuntar, seit 1979 in Haft, seit fast dreißig Jahren – länger sitzt kein Araber in einem israelischen Gefängnis. Kuntar wurde wegen eines
Anschlags verurteilt, bei dem vier Menschen starben.

Gerade seine Freilassung ist für viele Libanesen äußerst wichtig: “Ohne die Festnahme der beiden Soldaten hätten wir das nie erreicht”, sagt dieser
Mann in Beirut; “Nun sind die libanesischen Häftlinge bald wieder zurück im Libanon.”

Seinerseits will Israel von der Hisbollah auch noch Aufklärung über das Verschwinden von Ron Arad: ein Kampfflugzeugpilot, vermisst seit 1986, als er über dem Libanon abgeschossen wurde.