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Ölpreisexplosion: Konzerne machen Förderländer verantwortlich

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Ölpreisexplosion: Konzerne machen Förderländer verantwortlich

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Vor dem Hintergrund eines neuen Ölpreisrekords haben westliche Konzerne den Förderländern die Hauptschuld an der Preisexplosion gegeben. Auf einer Konferenz in Madrid machten Vertreter von Shell, BP und anderen Unternehmen Investitionsbeschränkungen und hohe Steuern dafür verantwortlich, dass die Produktion stagniere.

Repsol-Vorstandschef Antonio Brufau bezeichnete das Verhältnis von Angebot und Nachfrage als gespannt. Mit einem Preis von 200 Dollar pro Barrel rechne er indes nicht.

An der Madrider Börsen protestierten zeitgleich Aktivisten einer Umweltorganisation gegen Rekordölpreise und Rekordgewinne der Unternehmen. In Sprechchören hieß es: “Kein Blut für Öl”.

Unterdessen stellte der Irak die Weichen für bedeutende Investitionen in seiner Ölbranche durch ausländische Konzerne. Die Regierung zog damit den Schlußstrich unter vier Jahrzehnte der Verstaatlichung. Ölminister Hussein Al-Scharistani erklärte, sechs Ölfelder könnten nun für langfristige Engagements geöffnet werden. Dadurch solle die irakische Produktion von 2,5 auf vier Millionen Barrel täglich erhöht werden.

Die Rekordfahrt an den Ölmärkten ging inzwischen weiter. Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg zeitweise auf fast 144 Dollar pro Barrel, gab danach aber wieder auf etwa 140 Dollar nach. Nach Meinung von Experten erreichten die Märkte ein bisher nicht gekanntes Maß an Überhitzung.