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Regionalwahl bringt weiteren Rückschlag für Boliviens Präsident Morales

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Regionalwahl bringt weiteren Rückschlag für Boliviens Präsident Morales

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In Bolivien hat die Opposition ihre Stellung weiter ausbauen können. Bei der Gouverneurswahl in der Provinz Chuquisaca gewann eine konservative Kandidatin, ein weiterer Rückschlag für Präsident Evo Morales im Machtkampf um den Einfluss der Zentralregierung in La Paz.

Die frühere Morales-Vertraute Savina Cuellar wird die erste weibliche Gouverneurin. Mit ihr regieren Vertreter der konservativen Autonomiebewegung in sieben der neun Provinzen. Die Wahl wurde von Protesten begleitet. Ein Anschlag auf eine Übertragungsstation legte alle privaten Radio- und Fernsehkanäle vorübergehend lahm.

Als erste Amtshandlung kündigte Cuellar an, ein Referendum über eine Autonomie der Provinz abzuhalten. Bei ähnlichen Befragungen in Santa Cruz, Beni, Pando, und Tarija stimmten jeweils mehr als drei Viertel der Wähler für die Unabhängigkeit. Morales erklärte die Referenden für illegal. Es kam zu Ausschreitungen.

Die Oberschicht in den Provinzen wehrt sich gegen Pläne des Präsidenten, den nationalen Reichtum neu zu verteilen und den Großgrundbesitz abzuschaffen. Als erster Indio-Präsident will er vor allem die verarmte Indio-Mehrheit bedenken. Als Reaktion auf das erste Referendum Anfang Mai in Santa Cruz setzte Morales für August ein Votum über seine Amtsenthebung an. Umfragen zufolge könnte er die Abstimmung gewinnen.