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"Fall Madeleine" wird eingestellt

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"Fall Madeleine" wird eingestellt

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Der Fall Madeleine wird zu den Akten gelegt. Das teilte die portugiesische Generalstaatsanwaltschaft mit. Damit werden 14 Monate nach dem Verschwinden der kleinen Maddie die Ermittlungen ergebnislos eingestellt. Das Innenministerium in Lissabon müsse nun prüfen, ob weitere Schritte notwendig seien oder der Fall abgeschlossen werden könne.

Am 3. Mai 2007 war die damals knapp vierjährige Madeleine aus der Ferienwohnung ihrer Eltern in Praia da Luz an der portugiesischen Algarve-Küste spurlos verschwunden. Ihre Eltern hielten sich zu diesem Zeitpunkt in einem Restauraunt auf. Zunächst wurde ein Verdächtiger festgenommen und später wieder freigelassen. Alle Kameras richteten sich auf das Ehepaar McCann und schon bald nutzten sie diese Aufmerksamkeit. Das Paar leitete eine beispiellose Medienkampagne ein.
Eine Internetseite wurde eingerichtet und ein Videoclip weltweit immer wieder gesendet. Die unnachahmliche Suchaktion finanziert sich aus Spendengeldern.

Aber im September vergangenen Jahres gab es eine Wendung in dem Fall. Nach stundenlangen Verhören des Ehepaares rückte es plötzlich selbst ins Visier der portugiesischen Ermittler. Beide wurden offiziell zu Verdächtigen erklärt. Die britische Presse wandte sich gegen die McCanns und unterstellte ihnen, für den Tod ihrer Tochter verantwortlich zu sein. Einige Monate später entschuldigten sich einige Zeitungen auf ihren Titelblättern. Vier Monate nach dem spurlosen Verschwinden ihrer Tochter verließen die McCanns Portugal endgültig und kehrten nach Großbritannien zurück, immer wieder ihre Unschuld beteuernd.

Nicht viel hat sich seitdem getan. Der frühere Chefermittler Goncalo Amaral, nahm am Montag seinen Hut, nachdem er im Oktober vergangenen Jahres den Fall hat abgeben müssen. Er kündigte an, ein Buch mit dem Titel “Die Wahrheit hinter der Lüge” zu schreiben.” Maddies Eltern geben jedoch nicht auf. Sie fordern die Polizei-Akten zu öffnen. Am 7. Juli werden sie dazu vor Gericht angehört.