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Gipfeltreffen der Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur

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Gipfeltreffen der Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur

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Beim Gipfeltreffen der Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur haben die südamerikanischen Staats- und Regierungschefs die neue EU-Abschiebe-Richtlinie scharf kritisiert. Empfangen wurden sie von der argentinischen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner in Tucumán. Die Gemeinschaft wurde 1991 von Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay mit dem Ziel wirschaftlicher und kommerzieller Zusammenarbeit ins Leben gerufen. Venezuela hat 2006 den Beitritt unterzeichnet, die formelle Aufnahme steht jedoch noch aus. Chile und Bolivien sind assoziierte Staaten.

Der venzolanische Präsident Hugo Chavez betonte bei seiner Ankunft, dass er nicht nur die wirtschaftliche Integration im Auge hat: “Wir müssen gemeinsam in die Richtung politischer Unabhängigkeit gehen. Heute ist Südamerika politisch viel unabhängiger als noch vor zehn Jahren. Und wir müssen entschlossen weiter in Richtung volle Unabhängigkeit gehen.”

Der Ursprung der Unzufriedenheit der lateinamerikanischen Länder ist die im Juni vom Europaparlament beschlossene strenge Abschiebe-Richtlinie für illegale Einwanderer. Sie sieht eine Abschiebehaft von bis zu 18 Monaten vor. Außerdem gilt ein Wiedereinreiseverbot für Abgeschobene von fünf Jahren.

Mehr als 15 Prozent von Geldsendungen der lateinamerikanischen Immigranten an ihre Familien stammen aus einem europäischen Land. Südamerika wirft den Europäern nun vor, im Laufe der Jahrhunderte selbst Millionen von Immigranten auf ihrem Kontinent aufgenommen zu haben.