Eilmeldung

Eilmeldung

Betancourt in Kolumbien mit einer List befreit

Sie lesen gerade:

Betancourt in Kolumbien mit einer List befreit

Schriftgrösse Aa Aa

Die frühere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt ist nach fast sechseinhalb Jahren Geiselhaft bei den linken FARC-Rebellen durch einen spektakulären Trick des Militärs befreit worden. Insgesamt kamen 15 Menschen frei – neben Betancourt noch drei US-Amerikaner und elf weitere Geiseln. Die Rebellen hätten ihre im Südwesten des Landes festgehaltenen Geiseln in einem gemieteten zivilen Hubschrauber transportieren wollen, sagte Verteidigungsminister Juan Manuel Santos. Tatsächlich habe es sich aber um eine Maschine der Streitkräfte gehandelt, fügte der Minister
hinzu. “Es wurde nicht ein Schuss abgegeben und die Ex-Geiseln sind in guter Verfassung”, sagte Santos weiter.

Außerdem seien zwei Rebellen, darunter der Chef der Geiselbewacher mit dem Kampfnamen “César”, festgenommen worden. Für politische Beobachter in der Hauptstadt Bogota war es der bisher schwerste Schlag der Regierung des konservativen Präsidenten Alvaro Uribe gegen die marxistische Rebellengruppe “Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC).

Die FARC, die den Staat schon seit mehr als 40 Jahren bekämpfen, hatten im März schon ihren Gründer Manuel Marulanda verloren. Er sei an einem Herzinfarkt gestorben. Bereits am 1. März war Marulandas informeller Stellvertreter Raul Reyes bei einem kolumbianischen Angriff auf sein Lager in Ecuador getötet worden. Die Zahl der FARC- Guerilleros soll von früher 18000 Frauen und Männern unter Waffen auf inzwischen unter 10000 gefallen sein. Uribe hatte die Streitkräfte mit Milliardenhilfe der USA kontinuierlich aufgerüstet.
Damit haben die FARC kaum noch Geiseln von politischer Bedeutung, die sie wie gefordert gegen etwa 500 inhaftierte Guerilleros eintauschen könnten. Auch ihre Forderung nach einer demilitarisierten Zone im Süden des Landes für Verhandlungen über den Austausch von Geiseln gegen Häftlinge dürfte weiter an Kraft verloren haben. Uribe hatte dies ohnehin strikt abgelehnt. Die FARC halten aber weiter etwa 20 Militärs und Polizisten in ihrer Gewalt, die sie eintauschen wollen. Außerdem gibt es etwa weitere 700 Geiseln, für die die Rebellen Lösegelder fordern.