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Südamerikas Präsidenten gegen EU-Abschiebe-Reglung

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Südamerikas Präsidenten gegen EU-Abschiebe-Reglung

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Die südamerikanischen Präsidenten sind zornig – über die geplante EU-Abschiebe-Richtlinie für illegaler Immigrante. Auf dem Gipfel der Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur in der argentinischen Stadt San Miguel de Tucumán bezeichneten sie die Pläne der Europäischen Gemeinschaft als inakzepabel. Der bolivianischen Präsident Evo Morales nannte Europa vergesslich: “Fast nackt sind die Kolonialisatoren früher hier ankommen! Sie haben sich unsere Reichtümer unter den Nagel gerissen, unser Land besetzt, unsere Brüder ausgebeutet”, und er schloss höhnisch: “und jetzt beschließen sie ein ‘Rückführungs-Abkommen’.”

Brüssel plant eine Abschiebehaft von bis zu 18 Monaten und ein Wiedereinreiseverbot von fünf Jahren. Für den venezolanischen Staatschef Hugo Chávez ein Affront: “Das sogenannte ‘zivilisierte Europa’ öffnet der Barbarei Tür und Tor!” Schon zuvor hatte er mit einem Stopp der Öllieferungen nach Europa gedroht, die jedoch nur knapp ein Prozent der Einfuhren der Union ausmachen.

Mehr als 15 Prozent des Geldes, das latein-amerikanischen Immigranten an ihre Familien überweisen, kommt aus Europa. Spanien, wo viele Südamerikaner ihr Glück versuchen, reagierte bereits auf die Kritik: Die Regierung von José Luis Rodrigues Zapatero kündigte an, ohne Gerichtsbeschluss werde kein einziger Immigrant eingesperrt.