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EZB erhöht Leitzins auf 4,25 Prozent

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EZB erhöht Leitzins auf 4,25 Prozent

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Die Rekordinflation in der Eurozone hat die Europäische Zentralbank auf die geldpolitische Bremse treten lassen. Die Währungshüter erhöhten in Frankfurt den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt auf 4,25 Prozent.
Es war die erste Zinsanhebung seit mehr als einem Jahr.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet begründete die Entscheidung mit den aktuellen Risiken für die Preisstabilität. Diese zu gewährleisten sei indes das oberste Ziel der EZB. Mittelfristig solle nun die Kaufkraft erhalten bleiben und dadurch weiterhin Wachstum und Beschäftigung unterstützt werden.

Mit der Erhöhung erreichte der Leitzins wieder das Niveau von 2001. Nach den Terroranschlägen von 11. September jenes Jahres wurden die Zinsen massiv gesenkt, ehe sie in den folgenden Jahren wieder anstiegen.

Das Zinsniveau in der Eurozone nähert sich damit weiter dem in Großbritannien (5 Prozent). Wegen der ausgeprägten Konjunkturflaute in den USA hält die Notenbank dort weiterhin am niedrigen Zinsniveau von zwei Prozent fest.

Die EZB sah sich dagegen wegen der Rekordinflation zum Handeln gezwungen, ausgelöst etwa durch die hohen Spritpreise. Die Kerninflationsrate ohne Berücksichtigung von Energie und Lebensmitteln blieb indes unter der EZB-Warnschwelle von zwei Prozent.

Tatsächlich ging die Kerninflationsrate im Vergleich zum Vorjahr von 1,9 auf 1,7 Prozent zurück. Vor diesem Hintergrund befürchten Analysten, dass die Kaufkraft der Bürger real sinkt.