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Bundesrat gegen kommerzielle Sterbehilfe

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Bundesrat gegen kommerzielle Sterbehilfe

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Die 79-jährige Bettina Schardt war nicht Sterbenskrank, doch leben wollte sie auch nicht mehr. Der ehemalige Hamburger Justizsenator Roger Kusch führte kürzlich ein letztes Video der alten Dame der Öffentlichkeit vor. Kusch war es, der ihr das Rezept für den tödlichen Cocktail gab, mit dem sie sich vergiftete. Kusch ist für die aktive Sterbehilfe. An diesem Freitag hat sich der Bundesrat mit dem Thema befasst. In einer Entschließung tritt die Länderkammer dafür ein, kommerzielle Sterbehilfe unter Strafe zu stellen. Nach zweijähriger Diskussion in den Ausschüssen soll nun noch in diesem Jahr gesetzgeberisch gehandelt werden. Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, lehnt Sterbehilfe ab. Er befürchte, dass Altersdemente in Pflegeheimen, die in den Augen anderer nicht mehr lebensfähig seien, der Euthanasie zum Opfer fallen könnten. Erika Grebe braucht Pflege. Doch für die alte Dame sind Freitod und Sterbehilfe “unwürdig”. Damit steht sie nicht allein. Einer Umfrage zufolge sind jedoch 55 Prozent der Deutschen dafür, dass jeder Mensch frei entscheiden kann, ob er sein Leben beenden will und wessen Hilfe er dazu sucht. Nur 13 Prozent sprachen sich für ein grundsätzliches Verbot aktiver Sterbehilfe aus.