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Ingrid Betancourt nach Befreiung in Kolumbien in ihrer zweiten Heimat Frankreich

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Ingrid Betancourt nach Befreiung in Kolumbien in ihrer zweiten Heimat Frankreich

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Nach über sechs Jahren Gefangenschaft im Dschungel Kolumbiens ist Ingrid Betancourt wieder in ihrer zweiten Heimat Frankreich. Staatspräsident Nicolas Sarkozy und seine Frau Carla sie auf einem Militärflugplatz bei Paris in Empfang. Noch in Kolumbien hatte sie ihre beiden Kinder Melanie und Lorenzo wiedergesehen. Auch der französische Außenminister Bernard Kouchner war nach Bogota geflogen, um Ingrid Betancourt abzuholen.

Staatspräsident Sarkozy erklärte in einer kurzen Ansprache, die frühere Geisel der FARC-Guerilla verkörpere eine Hoffnung für alle in der Welt, die ihrer Freiheit beraubt seien: Denn nach all den Misshandlungen durch ihre Geiselnehmer stehe Ingrid Betancourt nun hier strahlend und frei, mit einer Zukunft, und umgeben von ihrer Familie. Betancourt bedankte sich bei der französischen Regierung, die einen gewaltsamen Militäreinsatz verhindert habe; sie bedankte bei Sarkozy persönlich und bei ganz Frankreich.
“Ich schulde Euch alles”, sagte Betancourt: “Und wenn ich Präsident Sarkozy bei der Hand nehme, wenn ich ihn umarme, wenn ich diesen außergewöhnlichen Mann anschaue, der so für mich gekämpft hat, dann sehe ich ganz Frankreich, Euch alle. Ich habe viel geweint in der Zeit – vor Schmerz und Erniedrigung. Heute weine ich vor Freude.”

Betancourts lobende Worte für Sarkozy sind nicht ohne politische Pikanterie, denn kritische Stimmen werfen dem Präsidenten vor, er wolle aus dem Fall politsches Kapital schlagen, da seine Popularität in letzter Zeit abgenommen habe. Doch die freigelassene Geisel dürfte kaum französische Innenpolitik im Sinn gehabt haben. Betancourt dankte auch den Vertretern der Solidaritätsgruppen, die sich in Frankreich jahrelang für ihre Freilassung engesetzt hatten.