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Kirche von England will Frauen als Bischöfe

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Kirche von England will Frauen als Bischöfe

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Der anglikanischen Kirche steht eine Bewährungsprobe bevor: Die Church of England, sozusagen die Mutterkirche der anglikanischen Gemeinschaft, will Frauen nun auch als Bischöfe zulassen. Pfarrer können sie schon seit 1994 werden, alles weitere war ihnen verwehrt.

Dieser Beschluss der Synode, des Kirchenparlaments, ist umstritten: “Ich mache mir Sorgen”, sagt einer hier in York; “weil es doch immer hieß, wir beschließen das und kommen aber auch denen entgegen, die das nicht mittragen können.”

Von Zugeständnissen an die Gegner, wie der Zusicherung von rein männlich zu besetzenden Bischofsposten, ist nun aber keine Rede mehr. Die Befürworter befürchten, dass Frauen sonst vielleicht
nur Bischöfe zweiter Klasse sein könnten.

“Wir wollen, dass sich die Synode unsere Bedenken anhört”, sagt ein weiterer Gegner dieses Schritts.
“Innerhalb der Kirche muss es auch für uns Raum geben. Wenn das nicht geht, stecken wir in der Klemme.”

Weit über tausend Geistliche hatten schon vorher mit einem Austritt gedroht. Der höchste Vertreter der Kirche von England, Erzbischof Rowan Williams,
verteidigt aber den Beschluss: “Ich wäre zutiefst unglücklich über jede Regelung”, sagt er, “die Frauen erniedrigen würde, wenn wir sie zu Bischöfen
machten.”

In fünfzehn anderen anglikanischen Kirchen weltweit
sind Frauen als Bischöfe schon zugelassen. Die katholische Kirche nennt den jetzigen Beschluss aber ein neues Hindernis auf dem Weg zur Aussöhnung. Auch die russisch-orthodoxe Kirche zeigt sich besorgt und spricht von einem schmerzlichen Schritt für den Dialog zwischen den
Christen.