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Russland droht USA wegen Abkommen mit Tschechien

Nach der Einigung zwischen den USA und Tschechien über den Bau einer Radarananlage hat Russland mit militärischen Maßnahmen gedroht. Wenn vor den Grenzen Russlands ein amerikanisches Raketenabwehrsystem errichtet werde, könne man nicht mit diplomatischen Mitteln reagieren, sondern nur mit militärisch-technischen, hieß es im russischen Außenministerium. Der Kreml hatte schon in der Vergangenheit damit gedroht, mögliche Standorte für eine Raketenabwehr ins Visier zu nehmen. Das Vorhaben verschärfe die Sicherheitsprobleme auf dem Kontinent. Ein politischer Beobachter in Moskau sagte, niemand wolle einen Iran, der über Atomwaffen verfüge. Aber die Positionen darüber, wie man das verhindern könne, seien unterschiedlich. Russland sei für eine stärkere Einbindung des Iran, die USA für mehr Ausgrenzung. Europa stehe dazwischen.

US-Außenministerin Condoleezza Rice und ihr tschechischer Kollege Karel Schwarzenberg hatten das Abkommen an diesem Dienstag in Prag unterschrieben. Russland befürchtet, dass die geplante Anlage nicht zur Ortung feindlicher Raketen etwa aus dem Iran, sondern zu Spionagezwecken gegen Russland genutzt werden könnte. Neben der Radaranalge wollen die USA in Polen zehn Abwehrraketen stationieren. Russland hatte den USA zur Vertrauensbildung den Bau eines gemeinsamen Abwehrsystems vorgeschlagen.

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