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Annäherung von Syrien und Libanon stösst auf gemischte Reaktionen

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Annäherung von Syrien und Libanon stösst auf gemischte Reaktionen

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Einen Tag nach dem historischen Händedruck zwischen Syrien und dem Libanon sind die Reaktionen verhalten. Bis 2005 hatte Damaskus Truppen im Nachbarland stationiert. Nach der Ermordung des libanesischen Regierungschefs Hariri musste Syrien sie abziehen.

In Beirut sind nicht alle davon überzeugt, dass beide Staaten erstmals seit ihrer Unabhängigkeit in den 40er Jahren diplomatische Beziehungen aufnehmen sollen. “Ich sehe nicht, wozu das gut sein soll”, meint eine Passantin. “Das Verhältnis zwischen dem Libanon und Syrien mag sich verbessern, aber Diplomatie löst gar nichts!” Ein anderer Libanese fordert wenigstens gegenseitige Achtung: “Syrien und Libanon sind Nachbarn und Geschwister. Trotzdem sollte es formelle Beziehungen geben, die von gegenseitigem Respekt geprägt sind.”

Nach ihrem ersten Treffen am Samstag kamen die Präsidenten beider Länder, Baschar al-Assad und Michel Suleiman, erneut zusammen. Für Syrien bedeutet die Annäherung am Rande des Pariser Mittelmeergipfels einen Schritt zurück auf die internationale Bühne. Präsident Assad betonte, dass der Friedensprozess Priorität habe. Es könne keine wirtschaftliche Zusammenarbeit ohne Frieden geben. Die Eröffnung von Botschaften würde erstmals auch eine Anerkennung eines freien Libanon durch Syrien bedeuten. Der neue libanesische Präsident Suleiman will zum Beweis der neuen, guten Beziehungen bald nach Damaskus reisen.