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Olmert im Kreuzfeuer der Kritik: Israelis sind von Regierungschef enttäuscht

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Olmert im Kreuzfeuer der Kritik: Israelis sind von Regierungschef enttäuscht

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Während Israels Ministerpräsident Ehud Olmert in Paris ein baldiges Nahost-Friedensabkommen in Aussicht stellt, steht er zu Hause weiter unter scharfer Beobachtung: Eine Zeitung veröffentlichte ein Flugticket, das Olmert mehrmals bei Wohltätigkeitsorganisationen abgerechnet haben soll. Polizei und Justizministerium hatten mitgeteilt, dass sie in der Sache ermitteln. Insgesamt sollen mindestens zwölf Flüge betroffen sein. Die Medien sprechen bereits von “Olmert-Tours”. Auch seine Familie soll befragt werden.

Eine frühere Büroangestellte sprach von “schmerzlichen Lügen der Medien”, Olmert sei kein Dieb. Einige Bürger sehen das aber anders. “Ich fühle mich betrogen”, heißt es etwa, “ich habe kein Vertrauen in die politische Führung, jeden Morgen bin ich depressiv.” Oder: “Ehud Olmert muss als Ministerpräsident zurücktreten, er ist korrupt und es wird gegen ihn ermittelt.”

Am Freitag war Olmert bereits zum dritten Mal vernommen worden. Dabei ging es um den Verdacht des Spendenbetrugs während seiner Zeit als Bürgermeister von Jerusalem. Umgerechnet 100.000 Euro soll er von dem amerikanischen Morris Mosche Talansky erhalten haben. Olmert bestreitet jedes Fehlverhalten. Seine Anwalte wollen Talansky diese Woche ins Kreuzverhör nehmen. Für den Falle einer Anklage hat Olmert seinen Rücktritt angekündigt. Das wäre auch ein Rückschritt – für den Nahost-Friedensprozess.