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Litauen will mit Referendum Schließung seines Atomkraftwerks verhindern

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Litauen will mit Referendum Schließung seines Atomkraftwerks verhindern

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Im Kampf gegen die Schließung seines Atomkraftwerks Ignalina setzt Litauen nun auf ein Referendum, um mehr Druck auf Brüssel zu machen. Die EU hatte das Land beim Beitritt dazu verpflichtet, die Anlage vom Typ des Tschernobyl-Reaktors zu schließen. Ein Reaktor wurde schon abgeschaltet, der verbleibende sollte im nächsten Jahr folgen.

Das Parlament beschloss nun mit überwältigender Mehrheit, im Oktober ein Referendum über die Schließung abzuhalten. Auch wenn das Ergebnis nicht bindend wäre, hoffen die Abgeordneten auf schlagende Argumentationshilfe.

Denn Ignalina liefert gut 70 Prozent der landesweiten Stromversorgung und die Litauer fürchten, nach der Schließung noch abhängiger von russischen Energielieferungen zu werden. Ein geplantes neues, modernes Atomkraftwerk könnte erst in etwa sieben Jahren in Betrieb gehen. Der litauische Ministerpräsident will im Herbst beim EU-Kommissionspräsidenten auf eine Laufzeitverlängerung Ignalinas drängen.